Einladung zur Kundgebung

Wir laden herzlich ein und hoffen auf eine rege Teilnahme an unserem Sonntagsspaziergang.

Die überregionale Presse und Fernsehen sind eingeladen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir Präsenz zeigen müssen.

Treffen ist am Sonntag, dem 17.04.2016 um 14:00 Uhr an der Kirche im Lindenweg in Wangelnstedt.

Geplant ist ein Kundgebungsmarsch durch die Schulwiese, Wulfesmühle bis zum Deponiekörper.

Mit freundlichen Grüßen

Rene Malitte
Wangelnstedter Bürger

PS: Protestschilder oder andere freundliche Aktionen sind gerne gesehen!

„Helfen Sie uns, durchzuatmen“

Folgender Beitrag entstammt der Printausgabe des Täglichen Anzeiger vom 14. März 2016, Seite 20:

Agrarminister Meyer informiert sich vor Ort zum Deponiestandort bei Wangelnstedt

Wangelnstedt (rcl). Zu einem informellen Gespräch über die Situation vor Ort zur Erweiterung der Deponie bei Wangelnstedt hatte Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt am Wochenende den Niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer eingeladen. Neben ihm nahmen auch die politischen Vertreter der Region, Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Anders, Bürgermeister Manfred Adam sowie aus dem Landkreis Northeim Bürgermeister Gerhard Melching aus Dassel und Bürgermeister, Uwe Fingerhut aus Lüthorst an dem Treffen teil. Nicht geladen, aber umso zahlreicher hatte sich vor der Gaststätte „Weißes Roß“ eine Schar besorgter Bürger versammelt, die ihre Anliegen auf Transparenten und Bildern ausdrückte. Nach kurzer Beratung wurden sie zu dem Informationsgespräch hinzugeladen, und so konnten sie, eng zusammengerückt, den Ausführungen und der Aussprache folgen, ein Beispiel praktizierter Demokratie.

Zuvor wurde von drei verschiedenen Standorten aus in entfernter und unmittelbarer Nähe der Deponiekörper besichtigt, der laut Planung um 20 Meter erhöht werden soll. Beeindruckend waren die Staubablagerungen auf einer Tartanbahn, die es laut Gutachten gar nicht geben dürfte. Warum dies trotzdem die Wirklichkeit ist, zeigte Ratsherr M. Lohmann anhand alter und ganz, aktueller Fotos, auf denen zu sehen ist, wie zum Beispiel die Staubfahnen sich beim Einarbeiten, gesichert oder nicht, in den Himmel erheben. Ein altes Google-Foto beweist, dass man es in der Vergangenheit mit der Abdeckung nicht ernst genommen hat, denn sie existierte gar nicht. Seine Ausführungen endeten mit der Frage nach schädlichen Umwelteinwirkungen der Stäube. ob diese mit Schadstoffen belastet seien und die Emissionen nicht den Tatbestand der Körperverletzung erfüllten.

Letzteres bejahte Professor Manfred Sietz vehement, denn drei Proben vom Deponiekörper und zum Vergleich drei am Ortsrand genommene wiesen eine hohe Belastung mit Schwermetallen auf, insbesondere Quecksilber, aber auch mit Dioxin. Für ihn steht fest, dass die theoretisch an Modellen hergeleitete Belastung irreführend sei und die Werte kleingerechnet nicht der Realität entsprächen. Er bemängelte, dass der Nachweis der Immissionswerte nicht geführt wurde („Das sind keine Spielzeugmesswerte, sondern ernstzunehmende Parameter“) und dies schleunigst nachgeholt werden müsse. Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Anders, der daran erinnerte, dass die Bevölkerung nun seit 30 Jahren diesen Zustand ertragen müsse, stellte sich hinter die Forderung der Bürger und appellierte an die Anwesenden, die Genehmigung zu versagen. Es sei der Punkt erreicht, dass es reiche! Als Initiatorin des Termins lobte Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt die Aktivitäten der Wangelnstädter, die zu zwei Treffen mit dem Umweltminister geführt hätten. Zwei kleine, aber nicht unerhebliche Erfolge seien zu verzeichnen: 1. Die Verlagerung der Genehmigungsbehörde vom dem Wirtschaftsministerium unterstellten Bergbauamt zum Gewerbeaufsichtsamt, das dem Umweltministerium untersteht. 2. Die Vorgabe, dass die Stäube verringert werden müssen und durch diese Auflagen Wangelnstedt stärker in den Fokus gerückt sei.

Die Messungen über einen längeren Zeitraum seien nach einem Gespräch von Landwirtschaftsminister Meyer mit Umweltminister Wenzel so gut wie genehmigt; darauf aufbauend könne man weitere Schritte unternehmen, das zugegebenermaßen schwierig zu verhindernde Genehmigungsverfahren zu stoppen. Minister Meyer versicherte, dass die Sorgen sehr ernst genommen würden, was der heutige dritte Ministerbesuch seit knapp einem Jahr beweise. Er verwies auf das Minimierungsgebot, das nicht nur hieße, die Werte einzuhalten, sondern auch den Stand der Technik zu berücksichtigen. Auch stelle er sich hinter die Forderung, dass die Staubprognose unabhängig überprüft werden müsse.

Ein Kompliment gab es aus der Bürgerschaft zum Schluss der Aussprache: „Wir bedanken uns, dass wir von der Politik ernst genommen werden.“