Unterstützung für Lüthorst zugesagt

Folgender Artikel erschien am 21.05.2016 in der Druckausgabe der Einbecker Morgenpost:


Grüne wollen Untersuchung von Wasserproben finanzieren | Im Kreisverband Antrag auf Teilfinanzierung

LÜTHORST. Seit der Lüthorster Ortsratssitzung ist es klar. dass auch die Lüthorster Bevölkerung Gewissheit darüber haben will, welche Auswirkungen die jahrzehntelange oberirdische Deponierung von Flugaschen im Nachbarort Wangelnstedt auf ihre Gesundheit in Lüthorst haben könnte. Nachdem die Untersuchungen in Wangelnstedt Hinweise auf mögliche Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung offenbarten, befürchten die Lüthorster vergleichbare Gift- und Schadstoffablagerungen in ihrem Lebensumfeld.

Die Dasseler Grünen teilen vollumfänglich die Gefährdungsbefürchtungen der Bürger. »Für uns drückt sich aktiver Umweltschutz nicht nur darin aus, das Reinheitsgebot des Wassers zum Bierbrauen zu erhalten«‚ erläutert Jürgen Jackisch-Theisen, Vorstandssprecher der Dasseler Grünen, »sondern es geht uns um den generellen Erhalt und die Verteidigung unserer Lebensumwelt«. Sowohl die Bürgerinitiative Wangelnstedt als auch jetzt der Ortsrat Lüthorst haben an die Bürger appelliert, zu spenden, um die Analyse von Wasser- und Bodenproben zu finanzieren. Der Ortsverband Dassel der Grünen will da nun einsteigen. »Wir können auch nicht auf ein offizielles Monitoring warten, sonst droht das Fass hier überzulaufen. Wir müssen so schnell wie möglich Klarheit bekommen«, meint dazu die Biochemikerin Dr. Marion Schole vom grünen Ortsverband. »Wir werden deshalb die Kosten für die Wasseruntersuchung in Lüthorst übernehmen. Vielleicht können wir damit ja einen kleinen Beitrag leisten, Schlimmeres zu verhindern«, ergänzt Jackisch- Theisen. Er fügt hinzu, dass sich die Spende der Grünen aus den bei Grünen-Mandatsträgern üblichen Abführungen von den Aufwandsentschädigungen speise, die durch Aktionen wie diese für einen guten Zweck an die Bürger zurückgegeben werde.

Die Dasseler Grünen gehen davon aus, dass mit der Lüthorster Ortsratsentscheidung auch andere betroffene Ortschaften Untersuchungen anstreben und gegebenenfalls durchführen lassen werden. Die Dasseler Grünen beabsichtigen daher, bei ihrem Kreisverband einen Antrag auf Teilfinanzierung erforderlicher Schadstoffuntersuchungen im Rahmen der Feinstaubdeponierung und deren Erweiterung einzubringen. »Wir werden dann auch den Ortschaften Portenhagen, Amelsen, Deitersen und Markoldendorf zur Seite stehen können«, kündigte Detlef Rengshausen aus Amelsen an.

Man dürfe auch nicht den Gesamtzusammenhang aus den Augen verlieren, meint Werner Richter vom Ortsverband der Grünen. Schließlich sei der jetzige Antrag nur die Fortsetzung einer Entwicklung, die schon vor über 25 Jahren mit der Verfüllung des alten Gipsbruchs angestoßen worden sei.

»Durch den aktuellen Antrag auf Gipsabbau auf der anderen Straßenseite zur Deponie sollen möglicherweise auch die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, nach diesem neuen Abbau ein weiteres Endlager für schädliche Abfälle einrichten zu können. Dadurch würde das Problem noch viel näher an unsere Dörfer heranrücken. Dieser Entwicklung müssen wir uns beizeiten mit aller Kraft entgegenstemmen, und dazu gehört auch, dass wir der Planung zur Erweiterung‘ der bestehenden Deponie bereits jetzt mit allen Kräften entgegentreten«. bekräftigt Werner Richter abschließend. oh

Geldsammlung für Boden-Analysen

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe der Einbecker Morgenpost vom 14.05.2016:

Und Wasser | Im Zusammenhang mit dem Betrieb und der Erweiterung der Asche-Deponie

LÜTHORST. Mit der Erweiterung der Deponie zwischen Lüthorst und Wangelnstedt befasste sich der Ortsrat Lüthorst in seiner jüngsten Sitzung. Auf Anregung von Ortsbürgermeister Fingerhut soll Geld gesammelt werden, um Boden- und Wasserproben untersuchen zu lassen.

Ortsbürgermeister Fingerhut berichtete vom Anhörungstermin zur Erweiterung der Deponie. Dem Problem der Staubabwehungen sei bisher keine besondere Bedeutung beigemessen worden, doch in Wangelnstedt gezogene Bodenproben hätten Schwermetall- und Dioxin-Belastungen aufgewiesen. Auf Veranlassung des Ortsbürgermeisters hat die Stadt Dassel das Gewerbeaufsichtsamt als Überwachungsbehörde aufgefordert, dem Betreiber der Deponie entsprechende Bodenuntersuchungen und zusätzliche Analysen des Grund und Oberflächenwassers aufzugeben. Zudem hat die Stadt die Überlassung der Ergebnisse der Bodenproben gefordert. Wie Volker Fuchs, Fachbereichsleiter Bau & Ordnung, feststellte, könne das Gewerbeaufsichtsamt die geforderte Beprobung nur anordnen, wenn ein hinreichender Anfangsverdacht auf eine Überschreitung der zusätzlichen gesetzlichen Grenzwerte bestehe. Ob dies bei den Proben der Fall sei, sei der Verwaltung nicht bekannt. Er wies darauf hin, dass die Problematik nicht nur die beantragte Erweiterung der Deponie, sondern bereits den jetzt laufenden Einlagerungsbetrieb betreffe.

Ortsbürgermeister Fingerhut möchte die Antwort der Fachbehörde nicht abwarten, da selbst wenn von dort eine Untersuchung verlangt werde, der Zeitrahmen möglicherweise zu groß gesteckt sei und eine Berücksichtigung im Genehmigungsverfahren nicht erfolge. Er kündigte daher eine privat finanzierte Untersuchung des Bodens und des Wassers in der Lüthorster Gemarkung an. Die entstehenden Kosten sollen über eine private Sammlung gedeckt werden. Die Mitglieder des Ortsrates stehen als Privatpersonen, nicht als Mandatsträger für die Sammlung und die Annahme von Geldern zur Verfügung.

Es bestehe die Hoffnung, dass die eigene Beprobung kein negatives Ergebnis habe, so Fingerhut, Wenn dies jedoch der Fall sein sollte, könne hiermit Druck auf den Betreiber der Anlage und die Genehmigungsbehörde ausgeübt werden. Ziel soll sein, einen Staubauftrag von der Deponie zu vermeiden und zur Sicherheit der Bevölkerung eine dauerhafte Überwachung von Boden und Wasser zu erreichen.

Ortsratsmitglied Joachim Stünkel wies darauf hin, dass sich der Charakter der Einlagerung seiner Meinung nach vollständig gewandelt habe. Wurde zunächst mit der Verfüllung eines tieferliegenden Abbaus begonnen, handele es sich nun um die Aufschüttung eines gewaltigen Berges. Diese Aufschüttung solle nun 20 Jahre weiter fortgesetzt werden. Hierfür müsse der Betreiber jede erdenkliche Sicherheit für die Bevölkerung gewährleisten, die Überwachungsbehörde müsse ebenfalls für Sicherheit sorgen. Als Kreistagsabgeordneter hat Joachim Stünkel den Landkreis Northeim gebeten, sich des Themas eingehender anzunehmen.

Abschließend bat der Ortsbürgermeister die Einwohner um Unterstützung bei der Finanzierung der privaten Boden- und Wasseranalysen. Sollte die eingenommene Summe höher sein, wird die übersteigende Summe gegebenenfalls für weitere Beprobungen oder einem örtlichen gemeinnützigen Zweck gespendet werden. sts


Ortsrat Lüthorst initialisiert Analysen

Lüthorst. Der Ortsrat Lüthorst mit Sonja Bremer, Uwe Fingerhut, Brigitte Frohme, Christian Ebbecke, Annegret Phillips-Müller, Uwe Redzig, Manfred Rose und Joachim Stünkel fordert in Zusammenhang mit der beantragten Deponie-Erweiterung vom Betreiber eine Beprobung von Boden und Gewässer in Richtung Lüthorst. Hintergrund sind die in Proben in Wangelnstedt nachgewiesenen Schwermetall- und Dioxionbelastungen. Die sofortige Einteilung des Deponiebetriebes bis zur Klärung wurde angeregt, da eine direkte Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung zu befürchten ist. Die Mitglieder des Ortsrates Lüthorst haben sich nun entschlossen, die notwendigen Wasser- und Bodenanalysen für den Bereich Lüthorst privat zu finanzieren, denn man ist davon überzeugt. dass nur durch zeitnahe Analysen Fakten dokumentiert und Forderungen gestellt werden können, die einen nachhaltigen Schutz für die Bevölkerung sicher stellen können. Für die erforderlichen Wasser- und Staubproben ist die Ausgabe von 450 und 1.050 Euro erforderlich. Um finanzielle Unterstützung bittet der Ortsrat – Lüthorster Bürger und Unterstützer können sich hierzu direkt an die Mitglieder des Lüthorster Ortsrates wenden. sts