Kluge Sachentscheidung erwartet

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe der Einbecker Morgenpost vom 10. Februar 2017.


Asche-Deponie: Grüne fordern Alternativen zu Ablagerung | Kein »Leben im Asche-Staub«

DASSEL. Dasseler Grüne fordern von der Landesregierung und von der Volkswagen AG die sofortige Prüfung von Alternativen zur Ablagerung von Verbrennungsaschen in Lüthorst / Wangelnstedt.

Die Erweiterung der Übertagedeponie Lüthorst / Wangelnstedt ist nach Ansicht der Dasseler Grünen unnötig, denn es gebe zumindest eine gute Alternative zur bisherigen Aschedeponierung unter blauem Himmel. Das schließe die – übrigens überwiegend von VW angelieferten – Kraftwerksaschen mit ein. So würden beispielsweise im Kali-Bergbau Verbrennungsaschen zur Ausfüllung stillgelegter Bergstollen genutzt. Die Lieferwege könnten sogar kürzer sein als nach Lüthorst / Wangelnstedt. Die Verbauung von Verbrennungsrückständen in stillgelegten Schachtanlagen sei eine im Bergbau gängige Praxis und sehr gut erprobt.

Mit dem Auslaufen des ersten Planfeststellungsverfahrens 1988 bis 2017 sollte die Aschedeponierung in Lüthorst und Wangelnstedt und das Kapitel der beinahe täglichen Belästigung der Anwohner endgültig abgeschlossen sein. Konnten die Bürger für das erste Planfeststellungsverfahren angesichts der beabsichtigten Verfüllung des Gipstagebaus ein gewisses Verständnis aufbringen, so sei dieses Verständnis für eine nochmalige 30-jährige Betriebsverlängerung, auf also insgesamt 60 Jahre »Leben im Asche-Staub«, ihnen nicht mehr abzuverlangen, meinen die Dasseler Grünen. Wo kein begründbarer Bedarf bestehe, sollte auch kein Folgebedarf konstruiert werden. VW könne seine Aschen ebenso gut unter Tage deponieren. Was spreche dagegen, fragen die Grünen, dass die entscheidenden Gremien in Politik und Wirtschaft jetzt endlich eine akzeptable, dem Stand der Entsorgungstechnik 2017 angemessene Lösung für die Entsorgung von Verbrennungsaschen vorstellen?

Der Untertagebau ermögliche die verlässliche und umweltfreundliche Deponierung der problematischen Kraftwerks-Aschen. Wenn tatsächlich ein Entsorgungsbedarf besteht, sollte dieser heutzutage einem hochtechnisierten Land angemessen gelöst werden – und nicht wie auf einer Hinterhofschmiede in der Früh-Industrialisierung mit Dreck an den Häuserfassaden und Asche-Staub auf der Petersilie, sagen die Grünen.

Die unterirdische Deponierung sei, auch langfristig betrachtet, ein wesentlich verlässlicherer Deponierungspfad. Das zeige sich an der Langzeitsicherheit, die bei Untertagedeponierung 10.000 Jahre beträgt – im Gegensatz zur Übertagedeponierung, bei der Fachleute von nur 100 Jahren Deponiefunktionalität ausgehen.

Die Grünen fragen sich, warum die Abfallverursacher, also das Land Niedersachsen als Anteilseigner bei VW und der VW Konzern selbst, diese Möglichkeit bisher offensichtlich noch nicht hinreichend geprüft haben? Schließlich stammten 90 Prozent der Aschen aus den Kraftwerken von VW. Also sei VW als Asche-Hauptverursacher auch hauptverantwortlich.

Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft müssten jetzt endlich Profil zeigen und erklären, wie es in Lüthorst / Wangelnstedt umweltsicher weitergehen soll, fordern die Dasseler Grünen. Die Bürger würden genau beobachten, ob etwas für oder gegen ihre Interessen getan wird. Sie erwarteten auf jeden Fall kluge Sachentscheidungen, nachhaltiges Handeln und damit die Ablehnung des Deponie-Erweiterungsantrages für Lüthorst Wangelnstedt. oh