Dioxinmessung: Proben sind unauffällig

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe des Täglichen Anzeigers Holzminden vom 28. April 2017:


Runder Tisch hatte Untersuchungen im Umfeld der GfR-Deponie Lüthorst beschlossen

WANGELNSTEDT (r). Bei der Bürgerinitiative Wangelnstedt bestand die Befürchtung, dass im Umfeld der Deponie die Böden erhöhte Dioxingehalte aufweisen und somit gesundheitliche Risiken für die örtliche Bevölkerung bestehen würden. Zur Prüfung, ob im Umfeld der Deponie erhöhte Dioxinbelastungen auftreten, hatte der Runde Tisch daher einvernehmlich beschlossen, Bodenproben zu entnehmen und auf Dioxine untersuchen zu lassen.

Die sieben Probenahmepunkte befinden sich in einem Radius von rund drei Kilometern um die Deponie, wobei Bodenproben sowohl innerhalb und außerhalb der Ortschaften Lüthorst und Wangelnstedt genommen wurden. Zwei der sieben Probenahmepunkte wurden als Referenzpunkte festgelegt. Untersucht wurden Bereiche, die bereits seit langem als Grünland genutzt werden, um so auch Dioxineinträge in den Boden aus der Vergangenheit feststellen zu können.

Die Lage der Probenahmepunkte, die Zielsubstanzen sowie das Labor, das mit den Probenahmen und mit der chemischen Analytik beauftragt werden sollte, wurden einvernehmlich von den Mitgliedern des Runden Tisches festgelegt. Die Probenahmen und die gesundheitliche Bewertung der gemessenen Werte erfolgten streng nach den Vorgaben der derzeit gültigen Bundesbodenschutzverordnung sowie des aktuell seit Februar 2017 vorliegenden Entwurfs der novellierten Verordnung. Bei den Probenahmen Waren Vertreter des Runden Tisches und der Fachbehörden anwesend.

Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen und die Bewertung der gefundenen Dioxingehalte wurden anlässlich der Sitzung des Runden Tisches von der Genehmigungsbehörde, dem Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, vorgestellt. Es wurde festgestellt, dass die analysierten Werte dem in ländlichen Räumen Niedersachsens auf Grünlandfiächen zu erwartenden Gehalten entsprechen. Die Verteilung und die Höhe der Konzentration (das sogenannte, Kongerenmuster) in den Bodenproben unterscheiden sich zudem von dem in den Materialproben aus der Deponie bekannten Muster.

Das krebserzeugende „Seveso-Dioxin“ konnte in keiner Probe nachgewiesen werden. Von den Vertretern der Fachbehörden wurde festgehalten, dass nach den Beurteilungswerten der Bodenschutzverordnung von den im Boden gemessenen Dioxingehalten keine gesundheitlichen Risiken für die örtliche Wohnbevölkerung ausgehen. Dieser Beurteilung schlossen sich die anderen Mitglieder des Runden Tisches an.

„Wir halten die Augen offen“

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe des Täglichen Anzeigers vom 03.04.2017:


Kreisübergreifende Protestaktion gegen die Aschedeponie Lüthorst / Genehmigung zur Erweiterung droht

WANGELNSTEDT/PORTENHAGEN (jbo). „Auch wenn die Genehmigung kommt, werden wir nicht aufgeben.“ Das war der allgemeine Tenor am Ende einer langen Wanderung gegen die Pläne der GFR zur Erweiterung der Aschedeponie zwischen Wangelnstedt und Lüthorst. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren dem Aufruf der Bürgerinitiative Wangelnstedt zu einem Protestmarsch gefolgt und ließen sich auf dem Grillplatz in Portenhagen auf den neuesten Stand zum Genehmigungsverfahren bringen. Marcel Lohmann, Bürgermeister in Wangelnstedt und einer der Sprecher der BI, hatte schlechte Nachrichten für die Protestwanderer im Gepäck. „Das Gewerbeaufsichtsamt in Braunschweig hat die Genehmigung für die Erweiterung und den Weiterbetrieb der Deponie erteilt“ so Lohmann. Jetzt liege die Entscheidung letztendlich bei der Landesregierung. Eigentlich, so Lohmann, passe so eine Genehmigung nicht zu den politischen Inhalten der Rot-grünen Landesregierung. Er erinnerte die Anwesenden jedoch daran, dass das Land zu 20 Prozent am Volkswagenkonzern beteiligt sei und dieser 90 Prozent der zu deponierenden Asche verursache. Lohmann betonte, dass die Interessen der Anwohner über den finanziellen Interessen eines Großkonzernes stehen müssen. Darüber hinaus kritisierte der Bürgermeister, dass es immer noch keine Klarheit über die Einlagerungen der vergangenen Jahre gebe und die GFR Kernbohrungen weiterhin kategorisch ablehne. Lohmann forderte die Einwohner aus Wangelnstedt, Lüthorst und Portenhagen auf, unbequeme Fragen zu stellen. Die Deponie sei übervoll, es habe ständig Unregelmäßigkeiten beim Betrieb gegeben, das Gelände liege zu 100 Prozent in einem Vogelschutzgebiet und die Konditionen, unter denen der Verkauf für die Erweiterungsflächen durch die Kirchengemeinde erfolgt sind, seien mehr als fraglich, so Lohmann. Trotz alledem könnte es zu einer Genehmigung kommen. Im Zusammenhang mit all den offenen Fragen kritisierte Lohmann auch, dass kein Vertreter des Landkreises Northeim am runden Tisch zum Thema Aschdeponie teilnehme. „Aber wir halten die Augen offen“ so Lohmann unter dem Applaus der Anwesenden. Werner Richter, Kommunalpolitiker der Grünen im Landkreis Northeim und Mitglied der BI, machte den betroffenen Bürgern dann doch noch etwas Hoffnung. „Unser Rechtsbeistand hat uns darin bestärkt, notfalls eine Klage gegen die Genehmigung zu führen. Die Erfolgsaussichten seien sehr gut“ berichtete Richter, der dabei jedoch noch nicht näher ins Detail gehen wollte. Darüber hinaus habe es auch schon Gespräche mit dem Volkswagenkonzern gegeben, die die Hoffnung wecken, dass diese Art der Deponie keine Zukunft haben wird.„Bis dahin gilt es, den Betreibern den Betrieb so unbequem wie möglich zu machen“ so die Sprecher der BI einstimmig.

Die Nase voll vom Staub – Protest endet nicht

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe der Einbecker Morgenpost vom 03.04.2017:


PORTENHAGEN. Unter dem Motto »Die Dörfer rücken zusammen« rief die Bürgerinitiative (BI) gegen die Erweiterung der Aschedeponie in Lüthorst-Wangelnstedt-Portenhagen am, vergangenen Sonntag zu einer Wanderung mit Kundgebung auf. Der »Dreck—Treck« startete an der Kirche in Wangelnstedt. In Lüthorst am Teichbrunnen wurden Getränke gereicht, und in Portenhagen in der Grillhütte gab es eine öffentliche Kundgebung. Danach ging es zurück nach Wangelnstedt.Mit der Aktion wollte das Dorfbündnis Wangelnstedt-Lüthorst nochmals eindringlich bekräftigen, dass 30 Betriebsjahre Dreck endgültig genug sein müssen, und die Bewohner im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll haben von den Staubbelästigungen und »latenten Gefahren, die vom Betrieb der Aschedeponie ausgehen«. Die Ascheverklappung unter freiem Himmel müsse nach Auffassung der Bürgerinitiative und des Dorfbündnisses sofort beendet werden, da dies nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und den realen Möglichkeiten einer schadlosen Entsorgung entspreche. Die BI erklärte, dass das Gewerbeaufsichtsamt mittlerweile der Deponie-Erweiterung zugestimmt habe Nun sei das niedersächsische Umweltministerium am Zug. Hier dürfe nicht vergessen werden, dass Niedersachsen zu 20 Prozent an VW beteiligt sei, und die eingelieferte Asche zu 90 Prozent von diesem Automobil-Konzern stamme. Die Belange der Industrie müssten nach Meinung der BI allerdings hinter den Belangen der Bevölkerung zurückstehen. Die BI betonte weiter, dass unklar sei, was in den Anfängen in die Deponie eingelagert worden sei. Kernbohrungen lehne die GfR jedoch ab. Dass der Deponiekörper keineswegs monolithisch sei, würden Staubabwehungen beweisen. Die Deponie-Erweiterungsfläche liege zudem im Vogelschutzgebiet, einem Habitat für den Neuntöter. Die Erweiterung sei nicht mit dem Raumordnungs-Programm des Landkreises Northeim vereinbar, die Genehmigung des Flächenverkaufs soll ebenfalls geprüft werden. Alle Bürger seien aufgerufen, ihren Protest gegen die Deponie-Erweiterung weiter kund zu tun. Denn, so‚die BI, die Stäube in verlassene Bergwerksstollen einzulagern, sei der richtige Weg. Werner Richter von den Grünen kündigte zudem an, dass man sich rechtsanwaltlich beraten lassen habe, und auch wenn die Genehmigung erfolge, sei man zuversichtlich, sich mit einer Klage wehren zu können.