Deponie: Genehmigung kommt mit Auflagen

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe des Täglichen Anzeigers vom 14.07.2017:


WANGELNSTEDT/LÜTHORST (nig). Völlig verhindern konnte die Wangelnstedter Bevölkerung die umstrittene Erweiterung der Aschedeponie Lüthorst wohl nicht: Dennoch waren die Proteste nicht vergeblich. In den nächsten Tagen wird nach Informationen der SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt die Genehmigung für die Erweiterung der Deponie wohl erteilt, aber nur unter strengen Auflagen. So wird eine Ausdehnung in ein Vogelschutzgebiet nicht möglich sein, außerdem hat das Gewerbeaufsichtsamt die zulässige Menge empfindlich reduziert. Statt der beantragten 2,4 Millionen Tonnen Ascheabfälle werden wohl nur 550.000 Tonnen genehmigt. Auch die gewünschte Laufzeit wurde halbiert. Sabine Tippelt dankt daher der Bürgerinitiative für ihren Einsatz.


Genehmigung, aber mit hohen Auflagen

Deponie-Erweiterung zwischen Wangelnstedt und Lüthorst fällt erheblich geringer aus, als vom Betreiber beantragt

WANGELNSTEDT (nig). Die Genehmigung für die umstrittene Erweiterung der Aschedeponie zwischen Wangelnstedt und Lüthorst wird wohl in den nächsten Tagen erteilt – allerdings mit sehr hohen Auflagen. Das hat die Landtagsabgeordenete Sabine Tippelt (SPD) in Hannover erfahren. „Wir hätten uns zwar gewünscht, dass es keine Verlängerung der Betriebslaufzeit gibt“, erklärte Sabine Tippelt am Donnerstag im Gespräch mit dem TAH. Dennoch habe man viel erreicht: „Nur aufgrund der Aktivitäten der Bürgerinitiative ist es gelungen, die zusätzlichen Auflagen in die Genehmigung einzubringen“, ist sie überzeugt. In einem Gespräch mit dem BI-Sprecher Olaf Nolte hat sie ihm bereits für das große Engagement vor Ort gedankt und mit ihm den aktuellen Stand des Verfahrens besprochen.

Zu den gravierenden Eckpunkten gehört zum Beispiel, dass keine Erweiterung der Deponie im Vogelschutzgebiet möglich sein wird. Außerdem darf der Betreiber hier statt der beantragten 2,4 Millionen Tonnen Asche höchstens 550.000 Tonnen einlagern. Auch die beantragte Betriebslaufzeit wurde vom Gewerbeaufsichtsamt halbiert: Statt der beantragten weiteren 30 Jahre darf die Deponie nur noch weitere 15 Jahre betrieben werden.

Diese Auflagen „nehmen wir erfreut zur Kenntnis“, sagte Sabine Tippelt. Mit den weiteren Details will sie sich befassen, sobald der Genehmigungstext mit allen Punkten schriftlich vorliegt.

Schon jetzt aber zeichne sich ab, dass der zähe Kampf der Bevölkerung und der BI gegen die Deponie-Erweiterung gewirkt hat. Mehrfach habe es Gespräche in Hannover gegeben, hatte das Umweltministerium zusätzliche Forderungen gestellt, die in dem weiteren Genehmigungsverfahren berücksichtigt werden mussten. „Mein Dank gilt allen, die sich hier engagiert haben“, betonte Sabine Tippelt. „Durch die gemeinsamen Aktivitäten ist die Erweiterung nicht so ausgefallen, wie es sich die Betreiber ursprünglich vorgestellt hatten.“