Treck gegen den Aschedreck

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Bürgerinitiative „Gegen die Erweiterung der Aschedeponie“ in Lüthorst-Wangelnstedt-Portenhagen möchte Sie herzlich zu einem „Treck gegen den Aschedreck“ einladen.

Der Treck findet am 2.4.2017 statt. Der Beginn ist um 13:00 Uhr in Wangelnstedt, Treffpunkt an der Kirche. Weitere Stationen sind Lüthorst und Portenhagen. In Lüthorst werden wir Getränke anbieten und in Portenhagen besteht die Möglichkeit einen Imbiss einzunehmen.

Nach einer kurzen Ansprache werden wir gemeinsam nach Wangelnstedt zurück kehren. Die Veranstaltung ist um 18:00 Uhr in Wangelnstedt beendet.

Die Bürgerinitiative freut sich auf Ihre Teilnahme. Getreu unserem Motto

„Es gibt nichts Gutes, außer man/frau tut es“.

Lassen Sie uns gemeinsam Gutes tun, verhindern wir die Erweiterung der Aschedeponie.

  • Dreißig Betriebsjahre Dreck sind genug. Es reicht uns!
  • Es gibt Deponierungsalternativen, diese müssen eingesetzt werden!
  • Beendigung der Ascheverklappung unter dem offenen Himmel von Lüthorst, Wangelnstedt und Portenhagen
  • Schluss mit der verdeckten Gesundheitsgefährdung durch den Deponiefeinstaub!
  • Wir wollen unsere Lebensqualität zurück. Hier und heute!
  • Wir wollen angstfrei leben und staubfrei wohnen!
  • Wir fordern die Entschädigung für die vergangenen dreißig Jahre Dreckbelästigung und Wohnqualitätsverlust!

Es würde uns sehr helfen, wenn dem Dorfbündnis zur Verhinderung der Deponieerweiterung noch weitere Dörfer beitreten. Gemeinsam ist schöner als einsam.

Es grüßt die Bürgerinitiative des Dorfbundes Wangelnstedt, Lüthorst und Portenhagen.

Kluge Sachentscheidung erwartet

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe der Einbecker Morgenpost vom 10. Februar 2017.


Asche-Deponie: Grüne fordern Alternativen zu Ablagerung | Kein »Leben im Asche-Staub«

DASSEL. Dasseler Grüne fordern von der Landesregierung und von der Volkswagen AG die sofortige Prüfung von Alternativen zur Ablagerung von Verbrennungsaschen in Lüthorst / Wangelnstedt.

Die Erweiterung der Übertagedeponie Lüthorst / Wangelnstedt ist nach Ansicht der Dasseler Grünen unnötig, denn es gebe zumindest eine gute Alternative zur bisherigen Aschedeponierung unter blauem Himmel. Das schließe die – übrigens überwiegend von VW angelieferten – Kraftwerksaschen mit ein. So würden beispielsweise im Kali-Bergbau Verbrennungsaschen zur Ausfüllung stillgelegter Bergstollen genutzt. Die Lieferwege könnten sogar kürzer sein als nach Lüthorst / Wangelnstedt. Die Verbauung von Verbrennungsrückständen in stillgelegten Schachtanlagen sei eine im Bergbau gängige Praxis und sehr gut erprobt.

Mit dem Auslaufen des ersten Planfeststellungsverfahrens 1988 bis 2017 sollte die Aschedeponierung in Lüthorst und Wangelnstedt und das Kapitel der beinahe täglichen Belästigung der Anwohner endgültig abgeschlossen sein. Konnten die Bürger für das erste Planfeststellungsverfahren angesichts der beabsichtigten Verfüllung des Gipstagebaus ein gewisses Verständnis aufbringen, so sei dieses Verständnis für eine nochmalige 30-jährige Betriebsverlängerung, auf also insgesamt 60 Jahre »Leben im Asche-Staub«, ihnen nicht mehr abzuverlangen, meinen die Dasseler Grünen. Wo kein begründbarer Bedarf bestehe, sollte auch kein Folgebedarf konstruiert werden. VW könne seine Aschen ebenso gut unter Tage deponieren. Was spreche dagegen, fragen die Grünen, dass die entscheidenden Gremien in Politik und Wirtschaft jetzt endlich eine akzeptable, dem Stand der Entsorgungstechnik 2017 angemessene Lösung für die Entsorgung von Verbrennungsaschen vorstellen?

Der Untertagebau ermögliche die verlässliche und umweltfreundliche Deponierung der problematischen Kraftwerks-Aschen. Wenn tatsächlich ein Entsorgungsbedarf besteht, sollte dieser heutzutage einem hochtechnisierten Land angemessen gelöst werden – und nicht wie auf einer Hinterhofschmiede in der Früh-Industrialisierung mit Dreck an den Häuserfassaden und Asche-Staub auf der Petersilie, sagen die Grünen.

Die unterirdische Deponierung sei, auch langfristig betrachtet, ein wesentlich verlässlicherer Deponierungspfad. Das zeige sich an der Langzeitsicherheit, die bei Untertagedeponierung 10.000 Jahre beträgt – im Gegensatz zur Übertagedeponierung, bei der Fachleute von nur 100 Jahren Deponiefunktionalität ausgehen.

Die Grünen fragen sich, warum die Abfallverursacher, also das Land Niedersachsen als Anteilseigner bei VW und der VW Konzern selbst, diese Möglichkeit bisher offensichtlich noch nicht hinreichend geprüft haben? Schließlich stammten 90 Prozent der Aschen aus den Kraftwerken von VW. Also sei VW als Asche-Hauptverursacher auch hauptverantwortlich.

Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft müssten jetzt endlich Profil zeigen und erklären, wie es in Lüthorst / Wangelnstedt umweltsicher weitergehen soll, fordern die Dasseler Grünen. Die Bürger würden genau beobachten, ob etwas für oder gegen ihre Interessen getan wird. Sie erwarteten auf jeden Fall kluge Sachentscheidungen, nachhaltiges Handeln und damit die Ablehnung des Deponie-Erweiterungsantrages für Lüthorst Wangelnstedt. oh

Kernbohrung bis zur Deponiesohle gefordert

Folgender Text entstammt der Printausgabe der Einbecker Morgenpost vom 28.01.2017:


Bl gegen die Aschedponie legt Lüthorstern Recherche-Ergebnisse vor | Deponierungspraxis untersuchen

LÜTHORST. Kurz vor der Entscheidung durch das Niedersächsische Umweltministerium, ob es zu einer Erweiterung der Aschedeponie auf dem Wangelnstedter und Lüthorster Gebiet kommt, hat die Bürgerinitiative (Bl) »Gegen die Erweiterung der Aschedeponie in Lüthorst/Wangelnstedt« Bilanz ihrer bisherigen Arbeit gezogen. Im Gasthaus in Lüthorst hielt die BI an ihrer Forderung fest, dass bevor nochmals 20 Jahre »unzumutbare Umwelt- und Gesundheitsbelastungen von der Bevölkerung« verlangt werden, erst die eindeutige Ungefährlichkeit der bereits bestehenden Deponie bewiesen und garantiert werden soll. Die BI sieht den Betreiber und die Landesregierung in der Pflicht, dies vor Beginn jeglicher Erweiterungsbaumaßnahmen zu tun. Die Bürgerinitiative erwartet von den Verantwortlichen deshalb, durch Kembohrungen bis zur Deponiesohle, inklusive der Untersuchung der Bohrkerne aus den Anfängen der Aschedeponierung, den Beweis der Unbedenklichkeit der Deponiealtlasten für die Bevölkerung zu erbringen.

Die GFR (Gesellschaft für Aufbereitung und Verwertung von Reststoffen mbH) betreibt bei Lüthorst, direkt an der Grenze zum Kreis Holzminden, seit 1989 in einem ehemaligen Gipstagebau eine Deponie, in der Asche und Rückstände aus den Steinkohlekraftwerken eingelagert werden. Die GFR hat eine Erweiterung um fünf Hektar in Richtung Osten beantragt, was ein Zusatzvolumen von 2,4 Millionen Kubikmeter schafft. Das würde eine verlängerte Betriebszeit von rund 20 Jahren bedeuten.

Seit bekannt wurde, dass die Firma GFR die Aschedeponie erweitern will, ebbt der Widerstand nicht ab: Blutproben sollen den Nachweis für eine Dioxinbelastung erbringen, Wisch- und Wasserproben sollen Gift- und Schadstoffablagerungen belegen. Landespolitiker wurden eingeschaltet, Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt, Kundgebungen organisiert, Luftmessungen gefordert, Unterschriften gesammelt.

Die BI hat recherchiert und ist dabei nun zu der Erkenntnis gelangt, dass es in den ersten Deponiebetriebsjahren bis 1994 zur Einlagerung von Verbrennungsaschen mit bisher nicht untersuchten und daher unbekannten Schadstoffkonzentration gekommen sein soll. Um auszuschließen, dass es sich hier um Gefährdungspotenzial handele, fordert die B1 die Untersuchung dieser Aschesedimente.

Zum einen befürchtet die BI, dass die Deponie keinesfalls ein Monolith sei, da die Aschen der unterschiedlichen Verbrennungsstoffe – die BI sprach von Altöl, Altreifen, Tierkadavern und Holzabfälle aus Heizkraft- und Abfallkraftwerken – Unterschiede in ihrer Dichte und chemischen Zusammensetzung aufweisen. Neben den Aschen sollen auch Sande aus Wirbelschichtfeuerungsverfahren eingelagert worden sein. Die Einlagerungen der inhomogenen Materialien sei in horizontalen Schichten erfolgt, die unterschiedliche Materialfestigkeiten und Wasserfließgeschwindigkeiten in den Schichten aufweisen.

Gefahren sieht die BI auch in vorhandenen Erdfällen und in chemischen Prozessen in der Altdeponie, die zu einer Wärmeentwicklung führen. Es komme zu schnellen Temperaturerhöhungen, das Abklingen hingegen dauere mehrere Tage. Insgesamt meint die BI, dass die bisherige Deponierungspraxis dringend »gewissenhaft und kritisch durch neutrale Dritte« untersucht werden müsse. Ein »Weiter so« dürfe es nicht geben. Die Bl fordert Kernbohrungen bis zur Deponiesohle, von den Ascheverursachern erwartet die BI eine Abfallvermeidung 4.0 und damit saubere Lösungen statt der Hinterlassenschaft »giftiger Probleme«. Den Aschelieferern soll deshalb künftig auch die »Edle Prise« überreicht werden: Gläser mit Wangelnstedter beziehungsweise Lüthorster Luft. Das Planfeststellungsverfahren soll ausgesetzt werden.

Die Grünen aus Dassel/Einbeck/Northeim unterstützen die BI. Wie Jürgen Jackisch-Theisen feststellte, hätten die gezogenen Wasserproben zwar nicht auf Gefahren hingewiesen. Er befürchtete aber doch, das die Deponie mit ihren Altlasten mit der Erweiterung beerdigt werden soll. Unterstreichend führte eine rasant angestiegene Zahl von Ascheanlieferern an.

Die Deponie ist zu 95 Prozent verfüllt – die Zeit drängt. Die BI plant, wenn nötig »ein neues Fass aufzumachen«: Sie führte an, dass für das Verfahren auch der Neuntöter relevant werden könnte. Sein Revier sei schützenswert, Ersatzhabitate notwendig.

Die BI rief alle dazu auf, Briefe an das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig zu schreiben. Jeder könne dort auch Einsicht in die Akten beantragen, hieß es. Denn der sorgsame Umgang mit lagernden Materialien, wie auch Altöl, ist für die Bl ein Muss.

(sts)

Bl fordert Kernbohrung bis zur Deponiesohle

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe des Täglichen Anzeigers vom 28. Januar 2017:


Bürgerinitiative Wangelnstedt/Lüthorst stellt die Sinnhaftigkeit der Gespräche am „Runden Tisch“ in Frage

WANGELNSTEDT/LÜTHORST (nig). Neue Ungereimtheiten in Bezug auf die Aschedeponie bei Lüthorst hat die Bürgerinitiative Wangelnstedt-Lüthorst zu Tage gefördert. Einige Mitglieder hatten Einsicht in die amtlichen Akten der zuständigen Behörden nehmen dürfen und waren dort auf Dokumente gestoßen, die Fragen insbesondere zur Frühphase der Deponie (1989) aufwerfen. Am Donnerstag stellte die B1 den rund 80 Teilnehmern der Info-Veranstaltung im Hotel „Wilhelm-Busch“ in Lüthorst ihre Erkenntnisse vor und formulierte neue Forderungen.

Es gab eine sehr rege Beteiligung und Nachfragen auf die von der BI vorgestellte Berichterstattung. Für die Bevölkerung ist es absolut nicht nachvollziehbar, dass es über Jahre auf allen deponiebezogenen Bereichen nachträgliche Erweiterungen gab, die nicht bekannt gemacht wurden.

Nach aktuellem Stand stellt die BI Wangelnstedt/Lüthorst die Sinnhaftigkeit der Gespräche am „Runden Tisch“ in Frage. Nach den neuen Erkenntnissen über die frühen Deponiejahre hält die BI eine Kernbohrung bis zur Deponiesohle für angebracht. „Und in genau diesem Punkt zeigt sich bislang der Betreiber uneinsichtig“, ärgern sich die Akteure.

Die BI vertritt, im Gegensatz zum Deponiebetreiber, die Ansicht, dass es in den ersten Deponiebetriebsjahren zur Einlagerung von Verbrennungsaschen mit bisher nicht untersuchten und daher bisher unbekannten Schadstoffkonzentrationen kam.

Entgegen der Behauptung des Deponiebetreibers, die Deponie sei ein Monolith, hat die BI Anhaltspunkte dafür gefunden, dass Fachleute anderer Ansicht sind.

Zu befürchten sei, dass Aschen der Verbrennungsstoffe (Altöl, Altreifen, Tierkadaver, Klärschlamm, Steinkohle, Holzabfälle aus Heizkraft- und Abfallkraftwerken) Unterschiede in ihrer Dichte und chemischen Zusammensetzung aufweisen.

„Wir wissen aus 30 Jahren leidvoller persönlicher Erfahrung, dass Deponiefeinstaub kein Puderzucker ist.“
— BI Wangelnstedt/Lüthorst

Die Einlagerung der inhomogenen Aschen und Materialien erfolgte in horizontalen Schichten. Fachleute wiesen darauf hin, dass es Erdfälle (Erdrutsch) im Bereich des Deponiegeländes gibt, die nach Ansicht der BI sowohl auf die jetzige Deponierung wirken, als auch bei der geplanten Deponieerweiterung Gefahren bergen. „Inwieweit das Entstehen sogenannter Abbruchkanten darauf zurückzuführen ist, scheint nicht geklärt“, formuliert es Lupi A. Pfaffe, die den Info-Abend moderierte. „Es bleibt dem weiten Feld unserer Vermutungen überlassen“.

Die BI habe außerdem in Erfahrung gebracht, dass chemische Prozesse in der Altdeponie zu einer Wärmeentwicklung in den eingelagerten Abfallschichten führen. Hierbei kommt es, laut der Untersuchungen des Betreibers. Zu schnellen Temperaturerhöhungen von bis zu 80 Grad Celsius. Das Abklingen der Temperatur erfolgt über mehrere Tage. Die Bl ist der Auffassung, dass daher die bisherige Deponierungspraxis dringend gewissenhaft und kritisch und durch neutrale Dritte untersucht werden muss.

Weiter wurde der BI bekannt, dass es auf dem Deponiegelände zu Kalkverwehungen aufgrund offensichtlich mangelhafter Ablagerungtechniken kam. Als bemerkenswert empfindet die BI auch die wenig sachgerechte Lagerung von Altöl im 400-Liter-Fass, welches auf der Deponie gesichtet wurde.

„Wenn die gegenwärtige Deponierungspraxis unzureichend ist und viele Fragen unbeantwortet lässt, wie kann dann ernsthaft über die Erweiterung der Deponie um weitere 30 Jahre nachgedacht werden? „, wundert sich die BI. „Wie soll die Deponieerweiterung möglich sein, wenn sich herausstellt, dass die Altdeponie am Ende der Tage ein Sanierungsfall ist?“

Ein „weiter so“ und „jetzt erst recht“ dürfe es ohne solide Aufarbeitung und Klärung nicht geben. „Wir erwarten Antworten darauf, wie tauglich die Altdeponie an diesem Standort wirklich ist, und wollen schnellstens wissen, ob die Deponie ein Altlastenproblem hat und welche wirklichen Gefahren damit verbunden sind“, heißt es in dem am Donnerstag vorgestellten Forderungskatalog der Bürgerinitiative. Neben der Kernbohrung fordert die BI einen sofortigen Anlieferungsstopp weiterer Aschen sowie die Betriebseinstellung der Deponie Wangelnstedt bis zur endgültigen Klärung der aufgeführten Fragen. Zudem erwartet sie die Aussetzung des Planfeststellungsverfahren und die aktive Aufarbeitung der aufgezeigten Probleme durch die Verantwortlichen der Landesregierung.

Grundsätzlich erwarte die Bevölkerung in Wangelnstedt und Lüthorst von den Abfallverursachern und den Abfallentsorgem saubere Lösungen anstatt Gesundheitsbelästigung und die Hinterlassenschaft giftiger Probleme: „Wir wissen aus 30 Jahren leidvoller persönlicher Erfahrung, dass Deponiefeinstaub kein Puderzucker ist.“

Einladung zur Informationsveranstaltung

Die Bürgerinitiative „Gegen die Erweiterung der Aschedeponie in Lüthorst/Wangelnstedt“ lädt alle Bürgerinnen und Bürger zur Informationsveranstaltung am 26.01.2016 um 19.30 Uhr in das Landhotel Wilhelm Busch in Lüthorst ein.

Kurz vor der Entscheidung durch das Niedersächsische Umweltministerium, ob es zu einer Erweiterung der Aschedeponie auf dem Wangelnstedter- und Lüthorster-Gebiet kommt, will die BI über die Bilanz ihrer bisherigen Arbeit, die Aschdeponie zu verhindern, informieren. Die BI hält an ihrer Forderung fest, dass bevor nochmal 20 Jahre unzumutbare Umwelt und Gesundheitsbelastungen von der Bevölkerung verlangt werden , erst die eineindeutige Ungefährlichkeit der bereits bestehenden Deponie bewiesen und garantiert werden muss. Die BI sieht den Betreiber und die Landesregierung in der Pflicht, dies vor Beginn jeglicher Erweiterungsbaumaßnahmen zu tun.
Die Bürgerinitiative erwartet von den Verantwortlichen deshalb, durch Kernbohrungen bis zur Deponiesohle, inklusive der Untersuchung der Bohrkerne aus den Anfängen der Aschdeponierung, den Beweis der Unbedenklichkeit der Deponiealtlasten für die Bevölkerung zu erbringen.

Einladung als PDF.

Deponie-Erweiterung genehmigungsfähig?

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe des Täglichen Anzeigers Holzminden vom 21. Dezember 2016.


Der Landkreis Northeim hegt daran Zweifel

KREISE HOLZMINDEN/NORTHEIM (r). Der Antrag der Firma GFR auf Erweiterung ihrer Asche-Deponie bei Lüthorst ist noch nicht entschieden. In diesem Zusammenhang bestätigte der Landkreis Northeim auf Nachfrage im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Regionalplanung. dass er in seiner Stellungnahme an die Genehmigungsbehörde vom 5. März und nochmals am 9. November darauf hingewiesen habe. dass eine solche Erweiterung mit den Zielen der Raumordnung und des Naturschutzes nicht zu vereinbaren sei. Auf die Frage, ob der Landkreis im Falle einer eventuellen Genehmigung dagegen Klage erheben würde, erfolgte die Auskunft. dass der Landkreis gegenüber einer vorgesetzten Behörde nicht in dieser Weise tätig werden könne.

Dies wurde vom Ausschussmitglied Werner Richter (Grüne) aus Markoldendori in Zweifel gezogen. Aus seiner Sicht sei der Landkreis durch solch eine Genehmigung in seinen Rechten der kommunalen Selbstverwaltung (eigener Wirkungskreis) verletzt, da eine von ihm erlassene Rechtsverordnung (in diesem Fall das Regionale Raumordnungsprogramm) von einer vorgesetzten Behörde missachtet würde.

Außerdem, so Richter weiter, würde das Privatinteresse einer Firma höher bewertet als das in einer Rechtsverordnung festgelegte Allgemeininteresse der Landkreisbevölkerung.

Sollten in einer Angelegenheit unterschiedliche Rechtsauflassungen verschiedener Behörden vorliegen, sei eine gerichtliche Klärung herbeizuführen. Dies habe nichts mit „Aufsässigkeit“ zu tun, sondern diene der Rechtssicherheit, findet Richter.

Immerhin habe sich ja auch der Landkreis Holzminden der Rechtsauffassung des Landkreises Northeim angeschlossen und auch die Landes-Fachbehörde für Naturschutz (NLWW) habe aus europarechtlicher Sicht klare Bedenken geäußert. Bereits im Jahre 2011 habe sogar das Landesamt für Bergbau (LBEG) festgestellt, dass eine solche Erweiterung nicht genehmigungsfähig sei und sich die Firma nach einem anderen Standort umsehen müsse.

Werner Richter kommt daher zu dem Schluss: „Das Gewerbeaufsichtsamt in Braunschweig als Genehmigungsbehörde und das Umweltministerium in Hannover als Aufsichtsbehörde wären gut beraten, dies alles bei ihrer rechtlichen Würdigung des Antrags zu berücksichtigen.“

Denn selbst wenn der Landkreis nicht zu einer Klage bereit wäre, könnten Andere (zum Beispiel Privatpersonen oder Verbände) diesen Schritt vollziehen.

Informationsveranstaltung der BI Wangelnstedt

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen,

hiermit möchten wir Euch zu einer Informationsveranstaltung über den Stand der Deponie-Erweiterung am Donnerstag, dem 03.11.2016 um 19:30 Uhr ins Gasthaus „Zum Weißen Roß“ (bei Anton) recht herzlich einladen.

Wir möchten alle Interessierten über die bereits erreichten Meilensteine und den aktuellen Sachstand informieren und einen Ausblick auf die weiteren Ereignisse geben.

Mit freundlichen Grüßen

Euer Kern-Team

Hubert Ahlbrecht, Wolfgang Daumann, Marcel Lohmann, Olaf Nolte, Manfred Sietz, Peter Weiser

Macht der Staub wirklich krank?

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe des Täglichen Anzeigers Holzminden vom 20. Juni 2016.


Kulturfest an der Asche-Deponie in Wangelnstedt / BI erwartet endlich Antworten

WANGELNSTEDT (jbo). Der Widerstand gegen die geplante Erweiterung der Aschedeponie zwischen Wangelnstedt und Lüthorst ebbt nicht ab. Beim ersten Kulturfest der Bürgerinitiative gegen die Erweiterung der Aschedeponie Lüthorst forderten die Sprecher der BI und örtliche Politiker die Betreiber und Behörden dazu auf, endlich Antworten zu liefern und auf einen

Weiterbetrieb der Deponie zu verzichten. Druck macht die Bl dabei mit einer spektakulären Aktion: Blutproben Wangelnstedter Bürger sollen den Nachweis für eine Dioxinbelastung erhärten.

Ein bunt gemischtes Zeltlager an der Schulwiese, in direkter Nachbarschaft zur Aschedeponie, bildete den Rahmen für das erste Kulturfest der Wangelnstedter Bürgerinitiative. Doch das fröhliche Ambiente mit Spiel, Spaß, Musik und zahlreichen Leckereien hatte einen ernsten Hintergrund. Die Sprecher der BI nutzten erneut die Möglichkeit, die Geschichte der Deponie, aber auch die Planungen zur Erweiterung der Halde vorzustellen. In dem Zusammenhang bemängelte Professor Manfred Sietz, dass der Betreiber immer noch nicht den Nachweis erbracht habe, dass die atembaren Feinstäube nicht gesundheitsschädlich seien. Auch dem Gewerbeaufsichtsamt würden neue Wischproben vorliegen, diese hätten jedoch in den Stellungnahmen der Behörde noch keine Beachtung gefunden. Sietz geht fest davon aus, dass diese Proben erhöhte Werte ergeben und forderte deshalb ein umfassendes Untersuchungsprogramm.

Dem verlieh die BI an diesem Tag mit einer spektakulären Aktion Nachdruck. René Malitte ließ sich als erster Wangelnstedter Bürger direkt vor Ort eine Blutprobe entnehmen. Diese, und weitere

mehr, sollen auf Dioxin untersucht werden. „Natürlich würden wir uns freuen, wenn die Proben keine erhöhten Werte ergeben würden,“ so Manfred Sietz.

Zufrieden zeigten sich die Mitglieder der BI darüber, dass es ihnen gelungen ist, den Protest gegen die Deponie zu bündeln. So wird schon in der nächsten Woche unter der Leitung von Samtgemeindebürgenneister Wolfgang Anders erstmals ein runder Tisch mit Vertretern der Landkreise Holzminden und Northeim, dem Landesgesundheitsamt Hannover und der BI Wangelnstedt tagen. In einer Politikerfragestunde sicherte Rainer Becker, allgemeiner Vertreter der Landrätin Angela Schürzeberg, der BI schon jetzt die Unterstützung des Landkreises Holzminden zu. Dem schloss sich auch der Kreistagsabgeordnete Joachim Stünkel aus Lüthost an. Die Grünen aus dem Nachbarkreis gehen sogar noch weiter. Sie forderten in einer Resolution eine Kernbohrung bis zum Grund der Deponie. „Wer weiß, wie sich das Material von vor 20 Jahren dort mittlerweile darstellt?“ so Werner Richter. Diese Resolution wurde jedoch von der Mehrheit des Northeimer Kreistages abgelehnt.

Unmut über lange Reaktionszeiten

Unmut herrscht darüber hinaus über die langen „Reaktionszeiten“ der Behörden. So ist bisher noch keine Reaktion auf die von der BI gestellte Anzeige wegen Körperverletzung erfolgt, und auch ein

Wangelnstedter Bio-Landwirt wartet immer noch auf eine Antwort, ob er denn seine mit der Asche kontaminierten Erzeugnisse weiterhin als „Bio“ veräußern darf.

Dennoch sieht Olaf Nolte die Bemühungen der BI auf einem guten Weg. „Alles braucht seine Zeit, aber wir sehen gute Chancen‚ unsere Ziele zu erreichen“. Mit zahlreichen Gesprächen, Live-Musik und einem abschließenden Fackelmarsch hinauf zur Deponie klang das erste Kulturfest der BI Wangelnstedt aus.

Naturschutz geht vor Erweiterung

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe des Täglichen Anzeigers Holzminden vom 11. Juni 2016.


MdL Tippelt führt Gespräche zur Deponie

LÜTHORST/WANGELNSTEDT (r). Die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt hat erneut Gespräche geführt, um die Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf die geplante Erweiterung der Deponie Lüthorst zu erörtern. Ergebnis: Ein zentraler Aspekt, der gegen die Erweiterung spricht, sei das bestehende Vogelschutzgebiet Solling-Vorland in dem betroffenen Gebiet. Außerdem sei der Landkreis Northeim im Beteiligungsverfahren zur Errichtung eines Landschaftsschutzgebietes an gleicher Stelle.

Mit Northeim abstimmen

„Hier werden wir uns mit dem Nachbarlandkreis Northeim abstimmen und Kräfte bündeln, um die Erweiterung der Deponie möglichst zu verhindern“, so Sabine Tippelt entschlossen.
Zum Vorschlag von MdL Uwe Schünemann, die Kraftwerke der Volkswagen AG auf die „Hagemeyer-Katalysator-Methode“ nachzurüsten um die Entstehung von Schadstoffen im Verbrennungsprozess bei den Kraftwerken zu verhindern, ist laut Sabine Tippelt festzustellen, dass dies als nicht notwendig erachtet wird, da die Kraftwerke die Emissions-Grenzwerte sicher einhalten.
Die Maßnahme sei aber nicht nur unnötig, sondern auch nachteilig, da der Einsatz der Katalysatoren sogar zu erhöhten Schwermetallgehalten in den erzeugten Aschen führen würde, erklärt Sabine Tippelt.
„Der richtige Weg ist jetzt, die Vorgaben des Naturschutzrechts so anzuwenden, dass eine Vergrößerung der Deponie und damit deutlich erhöhte Umweltbelastung verhindert wird“, so Tippelt abschließend.

Wasserproben entnommen

Am 10.6. fanden drei Wasserprobenahmen rund um die Aschedeponie Wangelnstedt/Lüthorst statt. Die Proben wurden durch den Diplom Chemiker Prof. Dr. Manfred Sietz im Beisein von Uwe Fingerhut und Werner Richter entnommen.
Die Wasserproben fanden auf Wunsch der besorgten Anwohner aus Wangelnstedt und Lüthorst statt. Die Wasserproben werden untersucht auf Dioxine, AOX, Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen, Fluorid, Eisen sowie auf Strahlenbelastungen.
Die Proben wurden unmittelbar ins Analyselabor nach Göttingen gebracht.
Sobald die Untersuchungsergebnisse vorliegen werden diese veröffentlicht und bilden so eine weitergehende Diskussions- und Handlungsgrundlage.