Geldsammlung für Boden-Analysen

Folgender Artikel entstammt der Printausgabe der Einbecker Morgenpost vom 14.05.2016:

Und Wasser | Im Zusammenhang mit dem Betrieb und der Erweiterung der Asche-Deponie

LÜTHORST. Mit der Erweiterung der Deponie zwischen Lüthorst und Wangelnstedt befasste sich der Ortsrat Lüthorst in seiner jüngsten Sitzung. Auf Anregung von Ortsbürgermeister Fingerhut soll Geld gesammelt werden, um Boden- und Wasserproben untersuchen zu lassen.

Ortsbürgermeister Fingerhut berichtete vom Anhörungstermin zur Erweiterung der Deponie. Dem Problem der Staubabwehungen sei bisher keine besondere Bedeutung beigemessen worden, doch in Wangelnstedt gezogene Bodenproben hätten Schwermetall- und Dioxin-Belastungen aufgewiesen. Auf Veranlassung des Ortsbürgermeisters hat die Stadt Dassel das Gewerbeaufsichtsamt als Überwachungsbehörde aufgefordert, dem Betreiber der Deponie entsprechende Bodenuntersuchungen und zusätzliche Analysen des Grund und Oberflächenwassers aufzugeben. Zudem hat die Stadt die Überlassung der Ergebnisse der Bodenproben gefordert. Wie Volker Fuchs, Fachbereichsleiter Bau & Ordnung, feststellte, könne das Gewerbeaufsichtsamt die geforderte Beprobung nur anordnen, wenn ein hinreichender Anfangsverdacht auf eine Überschreitung der zusätzlichen gesetzlichen Grenzwerte bestehe. Ob dies bei den Proben der Fall sei, sei der Verwaltung nicht bekannt. Er wies darauf hin, dass die Problematik nicht nur die beantragte Erweiterung der Deponie, sondern bereits den jetzt laufenden Einlagerungsbetrieb betreffe.

Ortsbürgermeister Fingerhut möchte die Antwort der Fachbehörde nicht abwarten, da selbst wenn von dort eine Untersuchung verlangt werde, der Zeitrahmen möglicherweise zu groß gesteckt sei und eine Berücksichtigung im Genehmigungsverfahren nicht erfolge. Er kündigte daher eine privat finanzierte Untersuchung des Bodens und des Wassers in der Lüthorster Gemarkung an. Die entstehenden Kosten sollen über eine private Sammlung gedeckt werden. Die Mitglieder des Ortsrates stehen als Privatpersonen, nicht als Mandatsträger für die Sammlung und die Annahme von Geldern zur Verfügung.

Es bestehe die Hoffnung, dass die eigene Beprobung kein negatives Ergebnis habe, so Fingerhut, Wenn dies jedoch der Fall sein sollte, könne hiermit Druck auf den Betreiber der Anlage und die Genehmigungsbehörde ausgeübt werden. Ziel soll sein, einen Staubauftrag von der Deponie zu vermeiden und zur Sicherheit der Bevölkerung eine dauerhafte Überwachung von Boden und Wasser zu erreichen.

Ortsratsmitglied Joachim Stünkel wies darauf hin, dass sich der Charakter der Einlagerung seiner Meinung nach vollständig gewandelt habe. Wurde zunächst mit der Verfüllung eines tieferliegenden Abbaus begonnen, handele es sich nun um die Aufschüttung eines gewaltigen Berges. Diese Aufschüttung solle nun 20 Jahre weiter fortgesetzt werden. Hierfür müsse der Betreiber jede erdenkliche Sicherheit für die Bevölkerung gewährleisten, die Überwachungsbehörde müsse ebenfalls für Sicherheit sorgen. Als Kreistagsabgeordneter hat Joachim Stünkel den Landkreis Northeim gebeten, sich des Themas eingehender anzunehmen.

Abschließend bat der Ortsbürgermeister die Einwohner um Unterstützung bei der Finanzierung der privaten Boden- und Wasseranalysen. Sollte die eingenommene Summe höher sein, wird die übersteigende Summe gegebenenfalls für weitere Beprobungen oder einem örtlichen gemeinnützigen Zweck gespendet werden. sts


Ortsrat Lüthorst initialisiert Analysen

Lüthorst. Der Ortsrat Lüthorst mit Sonja Bremer, Uwe Fingerhut, Brigitte Frohme, Christian Ebbecke, Annegret Phillips-Müller, Uwe Redzig, Manfred Rose und Joachim Stünkel fordert in Zusammenhang mit der beantragten Deponie-Erweiterung vom Betreiber eine Beprobung von Boden und Gewässer in Richtung Lüthorst. Hintergrund sind die in Proben in Wangelnstedt nachgewiesenen Schwermetall- und Dioxionbelastungen. Die sofortige Einteilung des Deponiebetriebes bis zur Klärung wurde angeregt, da eine direkte Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung zu befürchten ist. Die Mitglieder des Ortsrates Lüthorst haben sich nun entschlossen, die notwendigen Wasser- und Bodenanalysen für den Bereich Lüthorst privat zu finanzieren, denn man ist davon überzeugt. dass nur durch zeitnahe Analysen Fakten dokumentiert und Forderungen gestellt werden können, die einen nachhaltigen Schutz für die Bevölkerung sicher stellen können. Für die erforderlichen Wasser- und Staubproben ist die Ausgabe von 450 und 1.050 Euro erforderlich. Um finanzielle Unterstützung bittet der Ortsrat – Lüthorster Bürger und Unterstützer können sich hierzu direkt an die Mitglieder des Lüthorster Ortsrates wenden. sts